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FAQ zum Interessensbekundungsverfahren auf der Insel Langeoog

FAQ zum Interessensbekundungsverfahren auf der Insel Langeoog

Über diese FAQ

Die FAQ (frequently asked questions / häufig gestellte Fragen) sind eine Sammlung an Antworten zu Fragen rund um das Interessenbekundungsverfahren (IBV) zur zukünftigen Nutzung und Entwicklung des Areals um das Haus der Insel (HDI) und das Kur- und Wellness-Center (KWC).

Auf der Insel wird über das Verfahren und seine bisherigen Ergebnisse kontrovers diskutiert. Die Gemeindeverwaltung Langeoog nimmt die unterschiedlichen Meinungen sehr ernst und hatte am 8. und 9. November zum Langeooger Bürgerdialog in das Haus der Insel eingeladen. Ziel der Dialogveranstaltungen war es, zu den Hintergründen und Zielstellungen des IBV umfassend und transparent zu informieren, um allen Bürger/innen eine persönliche Meinungsbildung zu ermöglichen. Die FAQ dokumentieren die Fragen aus den Veranstaltungen am 8. und 9. November und ergänzen diese um weitere allgemeine Fragen zu verschiedenen Aspekten des IBV.

Wo möglich, wurden die Fragen von externen am IBV beteiligten Experten verifiziert. An der Redaktion der Antworten waren neben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung Langeoog Herr Wolfram Speer (VKU-Consult) und Herr Prof. Dr. Volker Droste (Architekt und Städteplaner) beteiligt.

Genauere Erläuterungen dazu, wer das Verfahren begleitet, finden Sie in den Fragen und Antworten.

Wichtige Begriffe und Abkürzungen

Bewertungsgremium Rat, Mitglieder Verwaltung und externe Berater
DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG, 28359 Bremen
HDI Haus der Insel
IBV Interessensbekundungsverfahren
PWC PricewaterhouseCoopers Legal AG Rechtsanwaltsgesellschaft
VKU /VKU Consult Verband kommunaler Unternehmen / Tochtergesellschaft mit Schwerpunkt Ausschreibungen für kommunale Betriebe

Zum Interessenbekundungsverfahren

Der Rat hat am 14.09.2017 einstimmig das IBV HDI/KWC und die Begleitung des Verfahrens durch die VKU Consult beschlossen. Ein IBV dient dazu, transparent, kriterienbasiert und rechtssicher das beste Angebot auszuwählen. Um die Vergleichbarkeit der Angebote sicherzustellen wird im Rahmen des IBVs ein Anforderungskatalog (Verfahrenstext) erstellt, anhand dessen die Konzepte der Bieter objektiv beurteilt werden können. Ein IBV bietet den Entscheidern (hier dem Gemeinderat) größtmögliche Verhandlungsfreiheit mit den Bietern im Verhältnis zum Vergabverfahren.

Rechtlicher Hintergrund
Öffentliches Eigentum ist stets wirtschaftlich zu verwerten (Grundsatz der wirtschaftlichen und sparsamen Mittelverwendung). Das wettbewerbliche Verfahren ist sozusagen Mittel zum Zweck. Ein öffentliches Grundstück darf nicht “verscherbelt” werden, sondern der Käufer muss nach wirtschaftlichen und ggf. weiteren Kriterien (hier z.B. Gestaltung, Nachhaltigkeit) ausgewählt werden. Außerdem gilt auch bei der Veräußerung von Grundstücken der allgemeine Gleichbehandlungsgrundsatz (Artikel 3 GG), wonach der Staat nicht einfach so eine Person auswählen darf, mit der er Geschäfte macht.

Der Gemeinderat ist in seiner Gesamtheit Mitglied des Bewertungsgremiums, das bisher lediglich Empfehlungen ausgesprochen hat. An der ersten Präsentation der Projekte bei der VKU in Berlin am 28.05.2018 haben 7 der 11 Ratsmitglieder teilgenommen. Der Rat hat in einer nichtöffentlichen Sitzung, sowie in vier weiteren Sitzungen des Bewertungsgremiums die Auswahl der Bewerber vorgeschlagen.

Das IBV und der dazugehörige Verfahrenstext wurde regional und überregional veröffentlicht. Eine Teilnahme innerhalb der Fristen war möglich. Gesamt wurden 55 Exposees abgerufen – ein Langeooger Bewerber hat sich nicht beteiligt.

Bisher haben Vorgespräche, jedoch keine Verhandlungen stattgefunden. Die Entscheidung, ob und mit welchem Interessenten Verhandlungen geführt werden sollen, trifft abschließend der Gemeinderat.

Der bisherige Prozess wurde von der VKU und Wegnerpartner begleitet. Die VKU ist ein erfahrenes kommunales Beratungsunternehmen in Vergabeverfahren. Wegnerpartner ist eine auf Vergaberecht spezialisierte Rechtsanwaltssozietät. Zusätzlich wurde der Rat unterstützt durch Herrn Prof. Dr. Droste, einem erfahrenen Städteplaner, der die Inselgemeinde bereits mehrfach in solchen Vergabeverfahren beraten hat.

Die Erstellung der Ausschreibung, die Vorbereitung des IBV und das Verfahren wurden intensiv begleitet:

  • Prozessuale Begleitung Verfahren: VKU
  • Rechtliche Beratung: Wegnerpartner
  • Architektur: Professor Volker Droste
  • Prüfung Maß- und Mengenangaben: DSK Deutsche Stadt- und
  • Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG Bremen
  • Prüfung Wertschöpfung: dwif-Consulting GmbH

Die Ratsentscheidung über eine Verhandlungsaufnahme steht noch aus.

Nach einer ersten Präsentation und Auswertung aller vier Angebote/ Bieter in nichtöffentlicher Sitzung am 05.06.2018 wurde einstimmig beschlossen, den Bieter mit dem geringsten Kaufpreisangebot nicht zur Präsentation des Projektes einzuladen.

Die verbleibenden drei Bieter wurden eingeladen und präsentierten ihre Projekte dem Bewertungsgremium am 14. Juni 2018 auf Langeoog. Anhand der zuvor aufgestellten Bewertungskriterien wurde anschließend auf zwei Bieter verdichtet.

Referenzobjekte/ -projekte dieser beiden Bieter wurden besichtigt und die vom Bewertungsgremium aufgestellten Fragen* erörtert.

Anschließend empfahl das Bewertungsgremium mehrheitlich die Aufnahme mit dem danach bestbewerteten Bieter. Der Gemeinderat ist dieser Empfehlung in den Sitzungen vom 26. Juli und 12. September 2018 nicht gefolgt und hat die Entscheidung darüber vertagt.

*Diese Fragen waren bieterspezifisch und betrafen u.a. die Themen Aufenthalts- und Bauqualität sowie die Durchführbarkeit eines Reha-/Gesundheitskonzepts.

Die vier eingegangenen Projektvorschläge sind nach dem Abgabetermin bei der VKU hinsichtlich der baulichen Komponenten, der Wertschöpfung für die Insel und des Nutzungskonzeptes durch die VKU und die DSK geprüft worden. Die Daten wurden für die Mitglieder des Bewertungsgremiums vergleichbar aufbereitet. Zusätzlich haben die drei bestbewerteten Anbieter dem Rat ihre Projekte präsentiert. Die dabei aufgetretenen Fragen wurden von den Unternehmen beantwortet. Daraufhin hat das Bewertungsgremium dem Rat den Vorschlag unterbreitet zunächst mit dem am besten bewerteten Bieter zu verhandeln.

Das Verfahren war grundsätzlich preisoffen, es gab im Ausschreibungsverfahren keine Preisvorgabe. Der Rat hat am 08.02.2018 einen Bewertungsrahmen beschlossen und dabei den Kaufpreis mit 35 % in die Bewertung einbezogen.

Das Niedersächsische Kommunalverfassungsgesetz legt fest, dass sich Kommunen nur wirtschaftlich betätigen dürfen, wenn der öffentliche Zweck das Unternehmen rechtfertigt und der öffentliche Zweck nicht besser und wirtschaftlicher durch einen privaten Dritten erfüllt werden kann. Weiterhin lässt ein IBV nicht zu, dass die Kommune anschließend selbst (Mit-)Eigentümer wird.

Der Entscheidungsprozess in einem großen öffentlichen Vorhaben dauert solange, bis eine ausreichende Willensbildung im Rat erfolgt ist und die entsprechenden Beschlüsse gefasst sind. Gerade weil die Verwaltung nicht aus eigenem Ermessen entscheiden darf, dauert es länger als im privaten Bereich.

Ein IBV kann bis zum letzten Schritt aufgehoben werden. Der Gemeinderat kann nicht zu einem Beschluss und damit einer Vergabe verpflichtet werden.

Die Gemeinde ist frei darin, ob sie das Grundstück überhaupt verkaufen möchte. Falls das IBV scheitert kann die Gemeinde neu überlegen, was mit dem Grundstück geschehen soll. Sofern ein erneuter Versuch der Veräußerung unternommen werden soll, wäre erneut ein wettbewerbliches Verfahren durchzuführen.

Wenn der Rat das Verfahren aufheben sollte, muss der Rat beschließen, wie weiter vorgegangen wird. Hierzu wäre dann die finanzielle Leistungsfähigkeit des Tourismus-Service zu prüfen.

Entsprechend von Geheimhaltungspflichten dürfen während eines laufenden Verfahrens Informationen über Angebote nicht nach außen getragen werden. Es muss sichergestellt werden, dass ein laufendes Verfahren nicht angreifbar gemacht wird. Dies betrifft z.B. preisliche Vorabsprachen oder auch die strategische Ausrichtung der jeweiligen Angebote. Ein unverfälschter Wettbewerb muss sichergestellt werden. Für die Präsentation der Modelle im Bürgerinfomarkt wurde die ausdrückliche Genehmigung der Bieter eingeholt.

Das Bewertungsgremium hat in seiner Sitzung am 04.09.2018 mehrheitlich beschlossen zunächst mit dem am besten bewerteten Bieter zu verhandeln. Dieser Empfehlung ist der Gemeinderat nicht gefolgt. Das Verfahren erlaubt es, mit allen drei Bietern zu verhandeln.

Alle Anbieter (das bedeutet: alle an den Bietergemeinschaften beteiligten) mussten ihre Wirtschaftsdaten mit dem Angebot einreichen. Die Besitzverhältnisse von Landal GreenParks waren bei Angebotsabgabe und bei der Präsentation bekannt. Der Verkauf stand nach den Angaben des Anbieters bei Angebotsabgabe noch nicht fest. Alle Informationen zum Eigentumswechsel sind inzwischen von der Bietergemeinschaft vorgelegt worden.

Mit der Festlegung von 5% Wichtung von energetischen Aspekten und Nachhaltigkeit hat die Gemeinde im IBV den Bietern bereits die Bedeutung dieser Aspekte verdeutlicht. Die konkrete Ausgestaltung kann jedoch erst anhand der Detailplanung bewertet werden. Dabei trägt letztlich der Bieter/Investor die Verantwortung.

Die Bietergemeinschaft und die Besitzverhältnisse der einzelnen Beteiligten sind ausführlich extern geprüft worden.

Die Bietergemeinschaft Wichmann/van Wijnen/Landal GreenParks besteht aus zwei Hotelbetreibern, die jeweils unterschiedliche Hotelkonzepte im Nutzungskonzept vereinen. Der Begriff „Heuschrecke“ ist im Zusammenhang mit dem Verkauf von Landal GreenParks entstanden. Landal war bis Mai 2018 ein Unternehmen der Wyndham European Vacation Rentals und wurde neben anderen touristischen Anbietern an die Platinum Equity, LLC verkauft. Landal ist ein europaweit tätiger touristischer Anbieter, der sich in Deutschland im touristischen Markt etabliert. Landal betreibt allerdings mit dem angebotenen Familienhotel nur einen Teil des Gesamtprojektes.

Eine unabhängige Prüfung durch PWC hat ergeben, dass es keine Anzeichen dafür gibt, dass das Engagement von Landal auf Langeoog durch die Übernahme durch Platinum Equity in der befürchteten Weise negativ beeinflusst werden könnte. Aufgrund der Übernahme durch Platinum Equity wird bei Landal kein größeres Risiko einer langfristig nicht mit den Interessen der Inselgemeinde in Einklang zu bringenden Investitionsstrategie als bei anderen Investoren auch gesehen.

Sobald das Grundstück verkauft ist, kann der neue Eigentümer im Rahmen des geplanten städtebaulichen Vertrages, dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan und der Baugenehmigung selbstständig über das Grundstück entscheiden. An der Selbstbestimmung der Gemeinde ändert sich nichts.

Soweit sich die Selbstbestimmtheit auf die Nutzung des Saales bezieht, wäre das bei einem entsprechenden Ratsauftrag ein wesentliches Thema der Verhandlungen mit der Bietergemeinschaft. Erst wenn die Nutzung des Saales im Sinne des Rates entschieden und festgelegt ist, erfolgt eine Beschlussvorlage an den Rat.

Die letzte Sitzung sollte die Ergebnisse der ersten beiden Sitzungen zusammenführen und zusammenfassen. Daher war sie den bis dahin beteiligten Bürgern vorbehalten. Das war in den vorherigen Sitzungen auch so angekündigt worden.

Der Rat hat den verfassungsgemäßen Auftrag, die Selbstverwaltung der Inselgemeinde Langeoog zu gestalten und zu entscheiden. Er ist durch die allgemeine, freie und gleiche Wahl repräsentativ für den Willen der Bevölkerung.

Die Verwaltung setzt den politischen Willen der Ratsentscheidungen um. Damit arbeitet sie grundsätzlich nicht gegen den Willen der Bevölkerung. Einzelne Bürger können das dennoch so empfinden.

Es ist im laufenden IBV nicht mehr möglich, alternative Konzepte einzureichen. Bevor neue Konzepte diskutiert werden können, müsste zunächst das laufende IBV beendet werden. Die Entscheidung dazu obliegt dem Gemeinderat.

Der Bürgerdialog sollte über das aktuelle Verfahren informieren. Alternative Vorschläge aus dem Bürgerdialog werden gemeinsam mit den Fragen gesammelt und dem Gemeinderat zusammen mit dem Ergebnis der Meinungsumfrage vorgelegt.

Dem Bewertungsgremium gehören der Gemeinderat, der allgemeine Vertreter der Inselgemeinde, der Tourismusmanager, der Technische Leiter des TSL sowie – ohne Stimmrecht – als externe Sachverständige Herr Prof. Dr. Volker Droste, Wegnerpartner und  VKU Consult.

Zu finanziellen / wirtschaftlichen Aspekten

Die Gewerbesteuer der auf Langeoog erzielten Gewinne wird von der Inselgemeinde Langeoog vereinnahmt.

Es wird ein Erlös aus einem Verkauf benötigt, um die anstehenden Investitionen finanzieren zu können. Beim IBV besteht der Vorteil, Ideen einzusammeln und Einfluss nehmen zu können.

Der Verkauf erfolgt, um neues Vermögen zu schaffen und um Investitionen zu tätigen. Die Altschulden sind getilgt.

Die Gemeinde kann nicht insolvent gehen, aber ihre Eigenständigkeit ist gefährdet. Beispielsweise könnte sie mit einer anderen Kommune zusammengelegt werden.

Ohne Verkaufserlöse ja.

Ohne eine erneute Verschuldung oder Abstriche an anderer Stelle kann die Gemeinde sich die Defizite absehbar nicht leisten.

Ja, sofern ein Verkauf durchgeführt wird. Dieser dient sowohl dazu, laufende Kosten zu senken als auch zur Gegenfinanzierung der Investitionen.

Die Rückzahlung von Euro 2,54 Mio. an das Land Niedersachsen wird fällig. Außerdem bleibt kein finanzieller Spielraum für freiwillige Aufgaben. Zu den freiwilligen Aufgaben gehören beispielsweise der Kindergarten oder die Unterstützung des Bliev hier.

Als letzte Konsequenz könnten mittelfristig Arbeitsplätze wegfallen, da die Dienstleistungen eingeschränkt werden müssten.

Ob etwas verkauft werden „muss“ hängt von der wirtschaftlichen Situation der Gemeinde und Eigenbetriebe ab. Verkauft würden wohl nicht zwingend benötigte Liegenschaften, die einen hohen Sanierungsstau aufweisen.

Für den Abschluss des Entschuldungsvertrages war der Verkauf von Liegenschaften zur Entschuldung aus eigener Kraft erforderlich. Das Land hat die Strandkorbhalle, das Tagungszentrum, das HDI und das Kurmittelhaus (KWC) benannt. Tatsächlich veräußert wurden die Strandkorbhalle, das Tagungszentrum und das laute Spielhaus. Für weitere Investitionen sieht der Entschuldungsvertrag den Einsatz von nicht zwingend benötigtem Vermögen vor.

Die Kommune ist derzeit entschuldet, der Haushalt ist ausgeglichen. Es besteht aber ein erheblicher Investitionsstau aus den vergangenen Jahrzehnten, der aufgearbeitet werden muss. Eine Neuverschuldung entsteht nur, wenn die Erneuerung nicht seriös gegenfinanziert werden kann.

Es gibt zinsgünstige KFW-Darlehen für die energetische Sanierung von Gebäuden. Die übrige Sanierung des Gebäudes sowie die Darlehensleistungen müssen aber für den Tourismus-Service Langeoog finanzierbar sein.

Die Kurverwaltung hat in den Jahren 1990 bis 2002 viele hohe Investitionen getätigt. Diese waren zwar teilweise mit Fördermitteln ausgestattet, aber auch mit sehr hohen Eigenleistungen verbunden.

Bis 2007 war das kostenpflichtige Freizeit- und Erlebnisbad kaum besucht. Der Eintritt fürs Bad hatte lediglich ca. 250.000 Euro jährlich eingebracht. Die Aktion „Langeoog geht baden“ erbrachte einen Mehrerlös von über 550.000 Euro Kurbeitrag für das Bad und in 2009 und 2011 je noch einmal Euro 200.000 pro Jahr. Der Kurbeitragsanteil ist der Eintritt. Bei der Berechnung des Kurbeitrags (erfolgt durch eine Kalkulation) sind Einnahmen gegenzurechnen.

Die teilweise 40 Jahre alte Technik musste erneuert werden, da ansonsten das Bad hätte geschlossen werden müssen. Eine Renovierung muss genehmigungstechnisch immer auf dem Stand der Technik erfolgen. Im Bad ging  es neben der technischen Erneuerung darum, den enormen Energieverbrauch und damit die Gesamtbetriebskosten drastisch zu senken.

Das KWC steht ab 2019 leer. Das Gebäude hat Sanierungsstau ebenso wie das HDI. Der Verkauf soll die Investitionen in Bad und Erlebniszentrum ermöglichen und gleichzeitig einen erneuerten Veranstaltungsbereich für Langeooger und Gäste ermöglichen.

Das jetzige HDI entspricht nicht dem Stand der Zeit und Technik. Ein neues Veranstaltungshaus/HDI kann auch vom TSL oder in einer Partnerschaft betrieben werden. Für einen wirtschaftlichen Betrieb ist eine möglichst ganzjährige Auslastung der Liegenschaft erforderlich, die durch die Veranstaltungen des TSL und der Vereine derzeit nicht gegeben ist.

Laut Entschuldungsvertrag ist die Sanierung des Bades unter anderem durch den Einsatz von nicht mehr benötigtem Betriebsvermögen zu finanzieren. Aufgrund der Höhe der anstehenden Sanierungskosten ist eine komplette Darlehensfinanzierung nicht möglich.

Aufgrund der laufenden Verluste, u.a. durch hohe Abschreibungen und Betriebskosten der Liegenschaften, des TSL wird das bestehende Eigenkapital aufgezehrt und die Inselgemeinde müsste in kürzester Zeit die Verluste wieder ausgleichen. Dies kann die Inselgemeinde nicht leisten und so würde eine neue Verschuldungssituation entstehen.  Ferner würde die Inselgemeinde gegen den Entschuldungsvertrag verstoßen. Deswegen ist der finanzielle Druck hoch.

Der von der Gemeinde beauftragte Gutachter Jürgen Hellmann GmbH hat den Aufwand in einer Grobkostenschätzung für die Ertüchtigung des vorhandenen HDI (Inselpreise) ohne Planungs- und Entsorgungskosten mit ca. 3,7 Mill. € angegeben, die Kosten für Abbruch und Neubau mit ca. 7,8 Mill. €.

Möglicherweise, abhängig vom Verkaufserlös und den tatsächlichen Umbaukosten (inkl. Planung, Entsorgung, etc.). Für die Sanierung des Bades und die Entwicklung des Sport- und Familienzentrums müssten andere Finanzierungslösungen gefunden werden.

Im Nachgang des Bürgerdialogs ist die Auskunft des Geschäftsführers der Wirtschaftsbetriebe Borkum, dass es bislang keine Renovierung des Borkumer Veranstaltungshauses gibt. Dort wird derzeit ein Entwicklungskonzept auf der Basis des Vorgehens der Gemeinde Langeoog mit einem IBV und angeschlossenem Verhandlungsverfahren angestrebt.

Unter Erhalt des HDI ist eine andere Nutzung des Areals schwierig. Würde das KWC verkauft, entstünde eine neue Teilnutzung, allerdings ohne ein städtebauliches Gesamtkonzept an diesem zentralen Standort.

Die Fertigstellung des Anbaus und der Umzug des Anwendungsbereiches sind sicher gestellt, alle weiteren Maßnahmen und Investitionen auch außerhalb des Bades müssten gestoppt werden.

Sachliche Aspekte & Nutzen für die Insel

Während der Bauzeit wird auf provisorische Lösungen zurückgegriffen. Möglich wäre die Aufbereitung des Sporthus (Strandaufgang Seekrug) als Veranstaltungshalle oder ein stabiles Zelt auf den Außenplätzen des Sportzentrums.

Die langfristige Nutzung des HDI wird einerseits durch den städtebaulichen Vertrag und den vorhabenbezogenen Bebauungsplan gesichert. Weiter gibt es die Möglichkeit grundbuchlicher Sicherungen und die Möglichkeit der Beteiligung an der Betreibergesellschaft für den Saalbetrieb.

Die Insel benötigt Räumlichkeiten, die dem heutigen Stand der Technik entsprechen und für eine optimale Auslastung variabel einsetzbar sind – beispielsweise durch einen großen Saal, der mehrfach teilbar ist (z. B. Tagungsräume Ärztetagung).

Die Infrastruktur ist für das geplante Projekt ausreichend. Der Bieter muss ein ausreichendes gastronomisches Angebot und die Unterbringung von Personal nachweisen. Potenziell vorhandene Engpässe betreffen die gesamte Insel, nicht nur das Areal.

Die Integration des neuen Projektes in das Geschehen auf Langeoog ist Vorgabe im Verfahren gewesen. Das Projekt soll sich der Insel öffnen. Das geschieht im öffentlichen Bereich des Vorhabens (z. B. Aufenthalts- und Veranstaltungsräume, Gastronomie, Handel).

Durch die Teilbarkeit der Räume wird die Auslastung und damit einhergehend die Wirtschaftlichkeit optimiert – es entstünden neue Veranstaltungsmöglichkeiten und damit eine Angebotserweiterung. Technisch würden die Räumlichkeiten auf dem neuesten Stand ausgerüstet, sodass sich die Möglichkeiten für einheimische Anbieter und Nutzer und auch für Tagungen und Seminare erweitern. Außerdem werden Kooperationen mit anderen Veranstaltungshäusern in der Region angestrebt.

Der Saal wird zur Verfügung stehen, das ist eine Grundbedingung der Kommune im Rahmen der anstehenden Verhandlungen. Der Preis ist derzeit nicht abschätzbar, aber verhandelbar – ebenso wie Rahmen und Umfang der Veranstaltungen.

Die vertraglichen Grundvoraussetzung zur Nutzung der geplanten Räumlichkeiten durch Langeooger Gruppen werden in der Verhandlung geregelt.

Die Besitzverhältnisse basieren auf dem Vorhaben- und Erschließungsplan nach § 2 BauGB. Sichergestellt werden kann nur ein Teil der baulichen Nutzung – aktive Betriebspflicht kann auf diese Weise nicht begründet werden. In diesem Zusammenhang gibt es auch kein Zugriffsrecht der Gemeinde. Deswegen werden ergänzende vertragliche Vereinbarungen zwischen Gemeinde und Investor angestrebt, in denen Betrieb und Zugriffsrecht der Inselgemeinde geregelt wird. Eine denkbare Lösung wäre daher beispielsweise der Betrieb des Veranstaltungsbereiches in einer gemeinsamen Betreibergesellschaft.

Ja, dies war eine Bedinung die in der Ausschreibung gestellt wurde.

Es ist vorgesehen, dass die Verhandlungen die Übernahme der Mitarbeiter sicherstellen.

Neue Möglichkeiten für Veranstaltungen:
Die Neunutzung der Fläche bietet ein modernes Haus mit zeitgemäßer Ausstattung und neuen Angebots- bzw. Veranstaltungsmöglichkeiten. Dabei ist die konzeptionelle Entwicklung nicht nur auf den Gast ausgerichtet: Ein Dorfplatz soll geschaffen werden – und damit auch die Möglichkeit, Veranstaltungen unter freiem Himmel stattfinden zu lassen. Dadurch wird auch das Dorf selbst entlastet.

Nachhaltigkeit und Energieeffizienz
Das Gebäude erhält hohe energetische Standards, sodass der nachhaltige Bau und Betrieb negative Einflüsse auf Mensch und Umwelt vermindert (Stichworte: CO2-Ausstieg, Ökoeffektivität, Kreislaufwirtschaft, biologischer und technischer Kreislauf).

Ganzjährige Auslastung & Arbeitsplätze
Das Konzept sieht sowohl eine ganzjährige Auslastung als auch entsprechend ganzjährige Arbeitsplätze vor und stellt Wohnraum für die Mitarbeiter/innen zur Verfügung. Dadurch wird der Wettbewerb um Arbeitskräfte auf der Insel angeregt und führt langfristig zu zufriedeneren Mitarbeitern.

Mehr Lebensqualität für Gäste und Insulaner
Ein modernes Gastronomiekonzept zielt auf neues Publikum ab und erweitert die Angebotsbreite und beeinflusst Einzelhandel und Gastronomie auf der Insel positiv – so steigt die Aufenthaltsqualität der Insulaner und der Gäste und die Lebensqualität aller Besucher/innen und Bewohner/innen der Insel.

Energetisch in jedem Fall und die Projekte sind auch unter demographischen Gesichtspunkten auf langfristige Entwicklung des Tourismus angelegt. Der Veranstaltungsteil soll dieses Angebot für die nächsten 20 Jahre sicherstellen.

Die Basis der Analyse bietet die Studie des dwif. Allgemein sind über das Jahr betrachtet mehr Gäste zu erwarten, ökonomisch wird der Neubau positive Auswirkungen auf Gastgewerbe, Einzelhandel und Dienstleistung (bspw. durch insulare Handwerksunternehmen) haben.

Mehreinnahmen werden konkret in den folgenden Bereichen erwartet:

  • Gewerbesteuer
  • Gästebeitrag
  • Schiffahrt
  • Kommunale Einnahmen

Das Freizeit- und Erlebnisbad ist unabhängig finanziert, alle weiteren Projekte werden auf ein Minimum heruntergefahren, es droht ein erneuter Investitionsstau und die alten Strukturen bleiben unverändert. Die Instandhaltung von Immobilien ist gefährdet und die Handlungsfähigkeit und als Folge kann die Selbstbestimmung der Kommune genommen werden (z. B. durch Zusammenlegen der Verwaltung mit einer anderen Gemeinden, Erhöhung der Steuern).

Weitere FAQ folgen in Kürze


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2018-11-15T09:46:06+00:0014. November 2018|Interessenbekundungsverfahren HDI/KWC|