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Zukunft des Haus der Insel (HDI) weiterhin ungewiss

Zukunft des Haus der Insel (HDI) weiterhin ungewiss

Wegen weiterem Klärungsbedarf wurde auf der Gemeinderatssitzung am Donnerstag die Abstimmung über die Aufnahme von Vertragsverhandlungen mit den Bewerbern, die das in den vorangegangenen Bewertungsrunden als am Besten erachtete Gesamtkonzept für die zukünftige Nutzung der Liegenschaft Haus der Insel und Kur- und Wellness-Center vorgelegt hatten, ausgesetzt.

Vier Bietergemeinschaften hatten im Rahmen des vom Rat beschlossenenen europaweit veröffentlichten Interessenbekundungsverfahrens einen Projektvorschlag mit Kaufpreisangebot eingereicht, nachdem insgesamt 55 Interessenten das Exposé zum Verfahren abgerufen hatten. Grundlage der Verfahrensvorgaben waren die Ergebnisse einer Bürgerbeteiligung zur Findung eines Konzepts für die Nachfolgenutzung für Haus der Insel und Kur- und Wellness-Center, die im November 2016 stattfand. Anfang 2017 erteilte der Gemeinderat der Verwaltung den Auftrag, einen Anforderungskatalog für das KWC/HDI auszuarbeiten. Nach der finalen Abstimmung darüber wurde das Interessenbekundungsverfahren zur Verwertung des Haus der Insel und des Kur- und Wellness-Centers im November 2017 auf den Weg gebracht.

Um eine möglichst objektive Beurteilung der Vorschläge zu erreichen, hatte der Gemeinderat eine Bewertungsmatrix erstellt , die es ermöglicht die architektonische und städtebauliche Qualität, das Nutzungskonzept und das Preisangebot der jeweiligen Projektskizze zu beurteilen. Das wegen des Charakters als Verhandlungsverfahren nichtöffentlich durch den Gemeinderat zu führende Bewertungsverfahren ist fachlich und juristisch begleitet worden und das Ergebnis hatte einen eindeutigen Favoriten ergeben. Auf dem Weg dahin gab es intensive Beratungen und Fragenkatakloge an die Bieter, sogar Besuche vor Ort zur Überprüfung ihrer Leistungsfähigkeit.

Dennoch wurde in der gestrigen Ratssitzung das bisherige Verfahren und das Ergebnis durch einige Ratsherren in Frage gestellt, auch eine neue Bürgerbeteiligung wurde vorgeschlagen. Schließlich verwies der Rat die Angelegenheit mehrheitlich auf Antrag von Ron Piekarski zur weiteren Klärung an das Bewertungsgremium zurück. Zur Präsentation der Modellentwürfe für die Bürger kam es daher nicht. Damit geht der Entscheidungsprozess in eine weitere Runde.

Der Bürgermeister ruft die Ratsmitglieder zu einer zügigen Entscheidungsfindung auf. Denn es droht nicht nur eine Zerredung des sorgfältig aufgebauten und in jedem Schritt mit dem Rat abgestimmten Verfahrens mit dem Risiko des Absprungs der Bieter, es besteht auch die Gefahr, dass die dringend fortzusetzende Sanierung und Neuentwicklung der Liegenschaften Bad und Sport- und Erlebniscenter (Tennishalle) ins Stocken gerät.

Die Liegenschaft KWC steht demnächst leer und kostet dennoch erheblichen Erhaltungsaufwand und jährlich hunderttausende Euro an Abschreibungen, das Haus der Insel ist sichtbar in vielen Bereichen marode, bei jedem Regenschauer regnet es herein, alle technischen Anlagen sind abgängig. Der Neubau muss sehr zeitnah angegangen werden, sonst droht eine unkontrollierte Schließung des Gebäudes wegen Funktionsuntüchtigkeit.

Die Zielvereinbarung der Inselgemeinde mit dem Land Niedersachsen zur Entschuldung aus dem Dezember 2016 mahnt dringend die Erreichung eines dauerhaften Haushaltsausgleiches an. Dieses Ziel wäre bei nennenswerter Verzögerung der weiteren Sanierungen kaum erreichbar. Die Alternative wären drastische Einnahmeerhöhungen bei Steuern, Abgaben und allen Nutzungsgebühren, die sich niemand wünschen kann.

Uwe Garrels


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2018-10-19T09:08:08+00:0001. August 2018|Interessenbekundungsverfahren HDI/KWC|