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Inselrat vertagt Entscheidung über KWC/HDI

Inselrat vertagt Entscheidung über KWC/HDI

Der Rat der Inselgemeinde hat im Rahmen einer Sitzung im Haus der Insel am Donnerstagabend die Entscheidung über das weitere Vorgehen im Interessenbekundungsverfahren (IBV) zu Kur- und Wellness-Center (KWC) und Haus der Insel (HDI) nach kontroverser Debatte vertagt.

Die Verwaltung hatte im Beschlussvorschlag die Aufnahme von Verhandlungen mit der Bietergemeinschaft Landal Greenpark / Van Winjen / Wichmann vorgesehen, Jan Martin Janssen (Union für Langeoog) hatte im Rahmen der Diskussion den Antrag gestellt, auch mit den Bietern Plan B und Dt. Wohnwert weiter im Gespräch zu bleiben und nach dem Vorbild der Stadt Oldenburg eine Bürgerbeteiligung zur Schaffung von Transparenz und Akzeptanz für die wichtigste Entscheidung der letzten Jahre herzustellen.

Im Namen der CDU hatte Gert Kämper bezweifelt, dass das Projekt verträglich für die Insel sei, da die avisierten 300 neuen Betten in Konkurrenz zu Langeooger Vermietern stünden. Er sprach sich zum jetzigen Zeitpunkt gegen den Vorschlag der Verwaltung aus und unterstützte zudem den Vorschlag mit allen Bietern weiter zu verhandeln, wodurch die Verhandlungsposition der Gemeinde auch gestärkt würde.

Alle Ratsmitglieder betonten, dass der Handlungsbedarf für das HDI groß sei und dass das IBV nicht in Frage gestellt werde, aber nicht um jeden Preis.

Zuvor hatte Tourismus-Manager Hinrik Dollmann in einer umfangreichen Präsentation noch einmal die Grundlagen des IBV und die Konzepte und Entwürfe der verschiedenen Bieter vorgestellt. Von ursprünglich 55 Interessenten, die Exposés abgerufenen hatten, waren fünf Bieter übrig geblieben, einer zog sein Angebot zurück, ein weiterer Entwurf schaffte es nicht in die engere Auswahl. Fotos der Entwürfe durften bei der Sitzung nicht gemacht werden, die Modelle bleiben verhüllt. Die Kaufpreise liegen bei den verbliebenen Bietern zunächst bei 7 bis 7,25 Mio. Euro vor der nächsten Verhandlungsrunde, in der sich durch Bedingungen und Änderungswünsche noch Veränderungen ergeben können.

Rainer Adelmund (SPD) sprach sich für das Konzept Lendal Greenpark aus, das richtungsweisend für die Insel sei, nicht nur Hausgäste, alle Gäste der Insel würden vom neuen Angebot profitieren.

Das Saalkonzept stellte einen zentralen Punkt der Diskussion dar. Reicht eine vertragliche Regelung über die Nutzung auch durch den Tourismus-Service aus oder muss der Saal komplett in der Hand des Eigenbetriebs der Gemeinde bleiben. Jan Martin Janssen sprach sich deutlich dafür aus.

Bürgermeister Uwe Garrels entgegnete, dass die Frage des Saalkonzeptes Bestandteil der Verhandlungen sein müssten und plädierte dafür, nur mit einem Bieter weitere Gespräche zu führen. Er favorisierte ebenfalls Lendal Greenpark. Der Zustand des HDI und die drohende Schließung sprächen dafür, die Entscheidung jetzt voran zu bringen. Es müsse allen klar sein, dass es Geld für das Grundstück nur gegen Betten gebe, dass Hotelbetten generell keine Konkurrenz zu Ferienwohnungen darstellen und dass dieses Haus zudem eine ganz neue Zielgruppe anspreche.

Kim Streitbörger (CDU) bemängelte, dass bei Lendal Greenpark im Prinzip gleich zwei Hotels in Konkurrenz zu den bestehenden Häusern der Insel treten und das Projekt zu groß für Langeoog sei. Sigurd Uecker (CDU) bemängelte, zudem, dass es eine Wettbewerbsverzerrung gegeben habe, da nur ein Bieter nach Gesprächen seinen Preis nachgebessert habe. Die Bedeutung des Projektes für Langeoog verlange jetzt von allen Beteiligten, sich Zeit zu nehmen, um Fehler zu vermeiden.

Jan Martin Janssen verwies darauf, dass hohe Fördermöglichkeiten bis zu 70% für einen eigenen Saal in Kooperation mit der Nationalparkverwaltung durch deren Leiter Peter Südbeck aufgezeigt worden sind, dies sei bisher nicht weiter verfolgt worden. Man müsse alle Möglichkeiten prüfen, um am Ende nicht mit leeren Händen da zu stehen. Weitblick und Augenmaß seien jetzt gefragt.

Uwe Garrels betonte, dass ein funktionierendes Haus für die Insel von entscheidender Bedeutung sei. Den Saal könne man vom Betreiber für die eigenen Angebote jederzeit mieten. Dies müsse im Interesse der Bürger ausgehandelt werden. Ingo Börgmann (SPD) unterstützte seine Forderung, jetzt in Verhandlungen einzutreten und ein geeignetes Saalkonzept auszuhandeln.

Um die Frage der Formulierung der Ziele und der Grundlagen der bevorstehenden Verhandlungen zuvor ausarbeiten zu können, wurde auf Anregung von Ron Piekarski (Union für Langeoog) und Jochen Voß (FDP) die Entscheidung zurück gestellt.

Der Rat stellte anschließend die Jahresrechnung 2013 fest, erteilte dem Bürgermeister für das Jahr Entlastung und stimmte den Jahresabschlüssen für die Photovoltaikanlage, die Restmüllentsorgung, das Duale System und die Entsorgung gewerblicher Abfälle zu.

Zudem wurde die Umsetzung der Planung zur Neugestaltung des Rathausparks beschlossen. Der im Betriebsausschuss vorgelegte Entwurf war zuvor überarbeitet worden. Die Rasenfläche wird etwas vergrößert und auf die Sitzskulptur und das Rasenpflaster verzichtet. Statt dessen werden vier Drehsessel vorgesehen. Für Veranstaltungen solle der Platz zwischen Erlebnisbad und dem künftigen Hotelprojekt gegenüber entwickelt werden.

Der Zwischenfahrplan soll ab 2019 entfallen, von Ostern bis zu den Herbstferien wird dann nach dem Sommerfahrplan gefahren. Darüber hinaus wurden Aufträge im Zuge des Neubaus eines Anwendungsbereiches im Erlebnisbad, die Vergabe des Auftrags für die Kanal- und Straßenbauarbeiten Vormann-Otten-Weg / Rosenweg an die Firma Jeschke beschlossen und die Planung und Ausschreibung einer Diesel-Tankstelle auf dem Gelände der Inselbahn vergeben.

Die Verwaltung wurde beauftragt, mit Gerda Spies die Möglichkeiten auszuloten, Mitarbeiterwohnraum auf Langeoog zu schaffen, auf Antrag von Gert Kämper soll das Gelände südlich der kath. Kirche zudem neu beplant werden, um vier Grundstücke nach dem Insulanermodell zur Bebauung anbieten zu können.

Klaus Kremer
Langeoog News


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2018-10-19T09:06:17+00:0028. Juli 2018|Interessenbekundungsverfahren HDI/KWC|