Inselgemeinde Langeoog

Beschreibung der Verfahrenstechnik

 

Abwasserbehandlung

 

Zulaufbereich 

Der Zulauf der Kläranlage erfolgt über eine Druckrohrleitung vom Hafenpumpwerk und eine Doppelrohrdruckleitung vom Hauptpumpwerk der Insel. Ein separater Rechen mit einer Spaltbreite von 19 mm und einer Rechengut- Waschpresse befindet sich der Kläranlage vorgelagert im Bereich des Hauptpumpwerks. Der Abwurf erfolgt in kleine Container mit 1.000 l Fassungsvermögen und das anfallende Rechengut wird auf dem Festland entsorgt

 

Rechen 

In der Rechenhalle befindet sich ein in einem Behälter aufgestellter Step Screen Filterstufenrechen mit einer Spaltbreite von 3 mm. Der Feinrechen wirft auf eine Waschpresse ab.

Außerdem befindet sich im Gebäude ein Sandklassierer. Es handelt sich um einen reinen Sandklassierer ohne Waschmöglichkeit.

Der Abwurf erfolgt ebenfalls in Container mit 1.000 l Fassungsvermögen und das Rechengut wird zusammen mit dem Auswurf des Sandklassierers auf dem Festland entsorgt.

 

Sandfang und Fettfang  

An die Rechenanlage schließt ein 1-straßiger belüfteter Sand- und Fettfang an. Das Fett wird in einem Fettbunker zwischengespeichert und nach Bedarf durch Saugwagen abgezogen und am Festland einer Biogasanlage zugeführt. Das zugehörige Sandfanggebläse befindet sich in der Gebläsestation.

 

Ehemalige Belebung/Schlammkontaktbecken/ Bio- P Becken

Im Anschluss an den belüfteten Sand- und Fettfang schließt sich das Bio-P Becken oder Schlammkontaktbecken mit einem variablen Volumen von ca. 550 bis 780 m³ an. Neben dem Zulauf erhält es auch den kompletten Rücklaufschlammstrom und die Zuläufe aus dem Voreindicker, dem Nacheindicker, das Filtrat der Vererdungsanlage sowie die Entwässerung des Schlammlagerplatzes. Es ist als Umlaufgraben ausgebildet und mit einem Rührwerk ausgerüstet.

Das Becken kann im Revisionsbetrieb bzw. im Sommer als Belebungsbecken genutzt werden und ist dafür mit zwei Mammutrotoren, welche zum Sauerstoffeintrag dienen ausgestattet. Wenn es betrieben wird, muss aufgrund einer unzureichenden Höhendifferenz auch die alte Nachklärung (Rechteck/Ausgleichsbecken) genutzt werden.

 

Altes Nachklärbecken 

Das ehemalige rechteckige Nachklärbecken wird im laufenden Betrieb nur noch genutzt, wenn die Hauptbelebung außer Betrieb ist.

 

Belebungsbecken

Das runde Belebungsbecken hat ein variables Volumen von ca. 2000 bis 2400 m³, ist mit HDPE-Belüfterplatten ausgestattet und verfügt über 2 Rührwerke.

 

Gebläsestation 

In der Gebläsestation befinden sich vier frequenzgesteuerte Gebläse. Drei Gebläse fördern auf eine gemeinsame Sammelleitung den benötigen Sauerstoffeintrag in das Belebungsbecken. Das vierte Gebläse dient zur Redundanz und wird in den Sommermonaten zur Stabilisierung des Überschussschlammes eingesetzt. 

 

Fällmitteldosierung 

Die Fällmitteldosierung erfolgt über kristallin in „Big Bag`s“ angeliefertes Eisen-II-Sulfat (FeSO4). Das Eisen-II-Sulfat wird aus den Big Bags über eine erste Schnecke in ein Vorlagebehälter gefördert und von dort aus über eine weitere Schnecke in einen Anlösebehälter in Fassform dosiert, dort gelöst und anschließend in Abhängigkeit des P-Wertes in die Belebung dosiert.

 

Nachklärung

Die Nachklärung besteht aus zwei Rundbecken mit trichterförmiger Sohle, von denen im Winterbetrieb nur eines betrieben wird. Das klare Überstandswasser

fließt über eine Zahnschwelle in die Ablaufrinne und dann in den Ablaufschacht.

 

Rücklaufschlammpumpwerk 

Der Schlammabzug aus den Nachklärbeckentrichtern erfolgt über die Pumpenvorlage des  Rücklaufschlammpumpwerkes. Im Rücklaufschlammpumpwerk befinden sich zwei Kreiselpumpen welche frequenzgesteuert den Rücklaufschlamm in das Schlammkontaktbecken befördern.

 

Stabilisator 

Neben der alten Nachklärung befindet sich die aerobe Schlammstabilisation. Diese wird nur noch in Spitzenzeiten während der Sommersaison betrieben, um den eventuell nicht ganz stabilisierten Schlamm aus der Belebung hiernachzustabilisieren.

 

Eindickung 

Vor und nach der Schlammstabilisation gibt es jeweils einen rechteckigen Vor- und einen Nacheindicker zur statischen Eindickung des Überschussschlammes. Nach unten hin ist der Voreindicker rund ausgeformt und mit einem Krählwerk ausgestattet. Der Überstand aus beiden Behältern wird dem Bio-P-Becken zugeleitet.

Der eingedickte Schlamm aus dem Nacheindicker wird über ein Pumpwerk zur Vererdungsanlage gefördert.

 

Klärschlammvererdung 

Von der Stabilisierung bzw. Nacheindickung wird der Klärschlamm flüssig über eine Tauchmotorpumpe auf vier Klärschlammvererdungsbeete mit jeweils einer Fläche von 1.500 m² gefördert. Die Beete sind mit Schilf bepflanzt.

Die Trübwässer aus den Schlammbeeten werden über ein Pumpwerk in das Bio- P-Becken zurückgefördert.

Durch eine Nachlagerung auf der nach Wasserhaushaltsgresetz zugelassenen Schlammlagerfläche werden Trockensubstazgehaltswerte von 26 -28% erreicht.

 

Solare Eigenstromerzeugung 

Da Strom aus Photovoltaik naturgemäß tagsüber, zu Zeiten des höchsten Stromverbrauchs auf der Abwasserreinigungsanlage, zur Verfügung steht, kann diese Technik besonders in den Sommermonaten zur Deckung der Spitzen- und Mittellast beitragen. Durch den Bau einer Photovoltaikanlage konnte der Netzbezug der Kläranlage um ca. 30% gesenkt werden.

 

 

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